Edelbert Aselmann, Einsiedler…

…in Döhren

Liebe Freunde unseres Stadtteils,

an dieser Stelle wollen wir einem Menschen gedenken, der aufgrund eines persönlichen Schicksals die Einsamkeit gesucht hat und als Einsiedler in der Leinemasch in selbstgebauten Unterkünften und Bunkern gehaust hat. Geboren wurde er im Jahr 1929, gestorben ist er 2000.

Büchlein "Edelbert Aselmann Einsiedler aus Döhren" (Leider vergriffen)
Büchlein “Edelbert Aselmann Einsiedler aus Döhren” (Leider vergriffen)
Viele Informationen über sein Leben hat Günter Porsiel in dem Büchlein “Edelbert Aselmann, Einsiedler aus Döhren” zusammen-getragen. Es gibt viel über sein Leben zu erzählen: Nach einer persönlichen Auseinandersetzung hat er sein Haus und seine Familie verlassen und als Einsiedler in der Döhrener Masch im Bereich der ehemaligen Wollwäscherei und -Kämmerei gelebt. Er hat jeden Kontakt mit den Menschen abgebrochen. Kleingärtner und Spaziergänge haben versucht, mit ihm zu sprechen, das hat er immer abgelehnt. Hingestellte Speisen wurden von ihm zunächst nicht angerührt. Kennzeichen waren seine gelben Stiefel, die man ihm nach einer Fußpflege geschenkt hat. Mit ihnen ist er oft durch Döhren gelaufen.

In der Sophien-Residenz Leineaue steht in einer Vitrine, die von unserer Döhrener Künstlerin Hildegard Wegner geschaffene  Kreatur von Edelberg Aselmann. — So nannte sie ihre Schöpfungen.

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Er hatte die seltsame Angewohnheit, Drahtskulpturen an Bäumen, Pfählen und anderen Halterungen anbringen. Die Skulpturen sind mit mehreren Drähten um sich herum gedreht und weisen am oberen Ende zwei, immer gen Himmel ragende Spitzen, auf. Diese sind i.d.R. mit einem Winkel von ca. 45 Grad gespreizt.

Skulpturen von Edelbert Aselmann, Collage von Günther Blumenberg
Skulpturen von Edelbert Aselmann, Collage von Günther Blumenberg

Nirgendwo sind Werkzeug-(Zangen)-Spuren zu sehen. Er hat auch andere Metallteile verwendet. Durch den Abriss der “Wolle” werden sie reichlich herumgelegen haben. Einige Skulpturen sind heute nur noch in drei bis vier Metern höhe zu sehen. Günther Blumenberg und ich haben ca. 158 Skulpturen gezählt und dokumentiert.


Hildegard Wegners Kreatur “Edelberg Aselmann”:
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Unser Heimatbundfreund Günther Blumenberg hat einige Skulpturen von Edelberg Aselmann dazu gestellt.


Hier ist der Versuch einer wissenschaftlichen Deutung seiner Skulpturen hinterlegt  –>


Ein Gedicht von unserem Stadtteilliteraten Manfred Schulz:
Aselmann

Man weiß es kaum
Er lebte unterm Baum
War wie im Traum
Unter seinem Sternenraum

War stets im Lot
Rutschte aus im Kot
Im kühlen Abendrot
Am Morgen trieb er tot

Im Wolleleinebogen
Wo sie ihn rausgezogen
Hinter einem Brückenbogen
Mit gelben Stiefeln – ungelogen


Hier einige Bilder von seinen Skulpturen:

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